Frankfurt wir kommen!

| Team: Aktuelles

Frankfurt wir kommen!

Die Dresden Monarchs ziehen zum zweiten Mal in den SharkWater German Bowl und gewinnen das Halbfinale gegen die Saarland Hurricanes souverän mit 37:0

Was für ein Auftritt! Was für eine überzeugende Vorstellung. Zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte des einzigen Erstligafootballteams in Sachsen konnten die Monarchs zu einem Heimspiel im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft laden. Und zum zweiten Mal nutzte man dieses hart erarbeitete Heimrecht zu einem Sieg und zum verdienten Einzug ins Finale – dem German Bowl! Dass den Königlichen gegen die Canes aus dem Saarland ein solch dominanter Auftritt gelingen würde, war nicht abzusehen. Zu stark deren Leistung in der Staffel Süd in der Saison. Zu überzeugend der Sieg vor einer Woche gegen die favorisierten Kölner. Aber Dresden schien im gesamten Spiel hungriger, sicherer, abgeklärter. Und gab vor allem gewohnt von Beginn an Gas. Quarterback K.J. Carta-Samuels brauchte wie so oft nur wenige Minuten, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Ein paar schnelle Firstdowns und schon stand man nah genug vor der Endzone der Gäste. Touchdown – Pass auf Anthony Brooks plus Extrapunkt von Florian Finke und Dresden lag 7:0 in Führung. Die Gäste ihrerseits mussten sich schnell vom Ball trennen. Dresden nahm erneut Anlauf. Ein glänzend aufgelegter Darrell Stewart mit einem Bigplay, Radim Kalous mit einem schönen Catch kurz vor der Endzone. Und Runningback Devwah Whaley mit dem nötigen Durchsetzungsvermögen zum zweiten Touchdown (PAT Finke 14:0). Überhaupt Whaley: das war sein Spiel an diesem Samstag. Die Dresden Monarchs, eigentlich vor allem stark über das Passspiel, hatten diesmal eine etwas andere Idee für das Match. Sonst dirigiert Carta-Samuels seine Offense sehr schnell übers Feld, ohne wirklich viel Zeit von der Uhr zu nehmen. Diesmal: viel mehr Ruhe, mehr Laufspiel. Der Gedanke dahinter: der eigentlich starken Offense der Gäste möglichst wenig Gelegenheiten geben, selbst zu punkten, und so die eigene Defense zu entlasten. Das gelang gut. Saarland kam erst gegen Ende des ersten Viertels zum zweiten Drive. Und wie gut die Canes-Offense sein kann, zeigten sie deutlich. Gute, effektive Spielzüge. Starke Pässe von Quarterback Joshua Goldin. Und so arbeitete man sich konsequent übers Feld. Doch nur wenige Schritte vor der Endzone war Schluss. Dresdens Defense hielt genau im richtigen Moment und verhinderte Punkte. Und die Monarchs Offense legte nach: erneut Devwah Whaley mit einem starken Touchdownlauf zum 21:0 (PAT Finke). Und bei den Gästen galt so langsam das Motto: hast Du kein Glück kommt auch noch Pech dazu. Erst mussten sie die schwere Verletzung von Verteidiger Mutlu Yildrim hinnehmen und dann missglückte ein Punt-Versuch, sodass Dresden kurz nach Whaleys Touchdown schon wieder mit Sichtweite Endzone mit der Offense aufs Feld kam. Und wieder schlug Whaley zu: Touchdown Nummer Vier und ein erneut treffsicherer Florian Finke. Und so ging man mit 28:0 in die Pause. Das war schon bemerkenswert. 

Der klare Spielstand fühlte sich für viele surreal an. Immerhin ein Halbfinale und es war ja nicht so, dass die Gäste aus dem Süden nix entgegenzusetzen hatten. Doch sie wirkten insgesamt nervös, unsicher. Beleg waren einige fallengelassene Bälle und falsche Entscheidungen auf dem Feld. Dresden agierte mit Sicherheit. Die Offense machte keine Fehler und scorte, die Defense war hellwach und schien mit der Zeit eher besser und noch aggressiver zu werden. Und das machte offensichtlich Eindruck. Auch nach der Pause blieb Saarland weiter nervös. Da ging schon im ersten Spielzug der Ball beim Kickoff Return fast verloren. Dann schenkte Dresden ihnen mit einem klaren Foul wenig später neue Versuche. Doch es nutzte nix. Dresdens Verteidiger bliesen jetzt sprichwörtlich zur Jagd auf Quarterback Goldin, der mehrmals flüchten und zu Boden gehen musste. Und dann schien der Footballgott endgültig seine bösen Spielchen zu treiben. Da konnte die Canes-Verteidigung schon einen sicher geglaubten Touchdown-Pass von Dresdens Spielmacher Carta-Samuels abfangen. Aber bei dem Versuch daraus mehr Kapital zu schlagen, ging der Ball postwendend wieder verloren. Das auch noch in der eigenen Endzone. Das Resultat: statt eigenem Ballbesitz Safety für Dresden. Zwei Punkte Plus und den Ball wieder verloren. Und Carta-Samuels wollte das mit dem Fehlpass nicht stehen lassen. Wenig später machte er es besser: Pass auf Anthony Brooks zum erneuten Touchdown (PAT Finke 37:0). Das dritte Viertel war noch nicht vorbei, da begannen die Monarchs bereits zu wechseln und Dresdens zweiter Anzug hielt weiteren Bemühungen der Canes stand. Das Spiel war gelaufen. Endstand 37:0 (14:0/14:0/9:0/0:0)!

Großer Jubel, Verdiente Freude! Dresden hat bis hierhin wirklich Großes erreicht. Der erneute Einzug ins Finale nach 2013 ist an sich schon eine Leistung! Und doch: jetzt wollen sie mehr. Und sie sind noch hungrig! Am 9. Oktober in Frankfurt/Main gilt es dann diese königliche Saison in der SharkWater German Football League endgültig zu krönen!

Foto: Toni Hinke